Bitte unbedingt anschnallen: Dieses Buch ist gefährlich.
Wer sich auf „Sokratische Gespräche – über das Absolute und Nicht“ einlässt, begibt sich auf eine intellektuelle Achterbahnfahrt – rasant, schwindelerregend und mit garantiertem Perspektivverlust.
Seit Jahrtausenden beschäftigt die Menschheit die scheinbar einfache Frage: Was war zuerst da – das Ei oder das Huhn? Die Autorin Doukissa Eleftheria Christou greift diese Urfrage auf und treibt sie radikal weiter. In sokratischer Manier lässt sie ihren Protagonisten fragen: „Muss das Absolute nichts sein, um alles umfassen zu können?“
Spätestens hier wird klar: Es geht um nicht weniger als die Grundfesten unseres Denkens – und vielleicht sogar um die alte Gottesfrage. Wer sich je für die Thesen von Erich von Däniken interessiert hat, wird aufhorchen. Denn dieses Buch wagt es, mit den Mitteln reiner Logik zu argumentieren, dass jene „Götter“, von denen von Däniken spricht, mehr als bloße Spekulation sein könnten.
Doch dabei bleibt es nicht.
Plötzlich – und mit gedanklicher Wucht – kippt die Perspektive. Ein gedanklicher Urknall: Der Leser erkennt, dass die entscheidende Frage nicht lautet, ob Außerirdische existieren, sondern ob wir selbst welche sind.
Diese Einsicht wirkt ebenso verstörend wie faszinierend – und sie ist, so legt das Buch nahe, uralt.
Die philosophische Tiefe entfaltet sich in eindrucksvollen Dialogen:
Ficino: „Ich spreche zu Euch über Gott, absolutes Sein und Nichts.
Das Absolute – nennen wir es Gott, das Eine, den Ursprung aller Seelen – ist nicht in der Weise, wie Steine oder Sterne sind. Es ist kein Seiendes unter Seiendem.
Es ist das Sein selbst, und doch mehr als Sein: Es ist die Quelle, in der Sein und Denken wie Strahlen der Sonne entspringen.“
Plotin (mit ruhiger Stimme): „Wenn ihr von Wahrheit sprecht, müsst ihr euch fragen: Was ist das Eine, von dem alles ausgeht? Alle Vielheit ist nur ein Schatten dieses Einen, das jenseits des Denkens liegt. Wahrheit ist keine Information, kein Satz, sondern eine Rückwendung der Seele zu ihrem Ursprung. Der Dialog kann uns anstoßen – doch das Wahre erkennt man erst, wenn das Denken selbst still wird.“
Christou versammelt die „Crème de la Crème“ der Geistesgeschichte – von der Antike bis in die Gegenwart – und lässt sie in einem großen, zeitlosen Gespräch aufeinandertreffen. Das Ergebnis ist ebenso anspruchsvoll wie provokant: eine gedankliche Reise, die den Leser mit einer ebenso kühnen wie beunruhigenden Erkenntnis entlässt:
Du. Ich. Wir alle – sind im Kern unseres Wesens nicht von dieser Welt.
Man kann sich kaum des Eindrucks erwehren: Erich von Däniken hätte dieses Buch mit Begeisterung gelesen – und vermutlich unterschrieben.